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Krank geschrieben aber arbeitswillig- was kann ich tun?

Darf ich trotz „Krankschreibung“ arbeiten gehen wenn ich mich Arbeitsfähig fühle und nicht weiter zu Hause bleiben möchte? Dies ist ein durchaus berechtigter Gedanke.

Dazu eine kurze Zusammenfassung der rechtlichen Hintergründe und Begrifflichkeiten.

Die durch den Arzt ausgestellte Arbeitsunfähigkeit ist eine Prognose zur voraussichtlichen Dauer der Arbeitsunfähigkeit. Diese Prognose wird auch im Hinblick auf die konkret zu erbringende Arbeitsleistung gestellt.

Eine Krankschreibung gibt es nur Umgangssprachlich, denn es gibt viele Fälle, in denen trotz Krankheit gearbeitet werden muss. Als Beispiel kann hier der Diabetiker genannt werden, der trotz Krankheit nicht Arbeitsunfähig ist. Abzustellen ist ausschließlich auf die Arbeitsunfähigkeit.

Soweit die Entgeltfortzahlung noch durch den Arbeitgeber erfolgt, kann auch vor Ablauf des Datums, welches der Arzt auf der Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung prognostiziert hat die Arbeit wieder aufgenommen werden. Eine Mitteilung an die Krankenkasse ist nur notwendig wenn diese bereits Krankengeld bezahlen, die Arbeitsunfähigkeit bereits länger als 6 Wochen angedauert hat. (§ 3 Abs. 1 Entgeltfortzahlungsgesetz) Es gibt natürlich eine Vielzahl von Erkrankungen, die einen weiteren Arztbesuch vor Arbeitsaufnahme als geboten erscheinen lassen. Dies ist insbesondere ratsam, um den grundsätzlich gegebenen Unfallversicherungsschutz durch die Berufsgenossenschaft nicht zu gefährden. Dieser ist bei grober Unvernunft gefährdet und kann zu Regressansprüchen führen.

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